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Stadtmitte Gersthofen

Auswahlverfahren als Mehrfachbeauftragung

Die Stadt Gersthofen hat durch neue Einzelhandelsnutzung nördlich der Bahnhofstraße und die in Aussicht gestellte Abstufung der Bundesstraße die Chance die Stadtmitte neu zu ordnen und attraktiv zu gestalten. Die Maßnahmen soll ein lebendiges Zentrum für alle Bürger schaffen.

Übergeordnete Verkehrsführung

Die Beruhigung der Bahnhofstraße erfolgt sowohl über einen gesamtstädtischen, als auch über einen straßenräumlichen Ansatz. Die Ableitung der Durchgangsverkehre erfolgt von der Anschlussstelle „Gersthofen-Mitte“ über die B2 und die Ausfahrt „Gersthofen-Nord“ und die Donauwörther Straße zur Bauernstraße. Um dies auch räumlich zu unterstreichen sollte die Fahrbahnbreite der Bahnhofstraße bereits ab der Anschlussstelle „Gersthofen-Mitte“ bis zum Zentrum verringert und beispielsweise mit einseitig versetzten Baumreihen gestaltet werden. Langfristig könnte die Staatsstraße 2036 über eine verlängerte Westendstraße und die Messerschmittstraße zur B2 geführt werden.

Neue Mitte

Die neue Mitte entlang der Bahnhofstraße erstreckt sich von der Brahmsstraße bis zur Donauwörther Straße. Baumpflanzungen an den Zugängen formulieren zwei Plätze entlang der Straße, den erweiterten Rathausplatz und den Platz am Wasserturm. Die einheitliche Belagsoberfläche ohne explizite Absetzung der Fahrbahn generiert eine niedrige Fahrgeschwindigkeit und eine hohe Aufenthaltsqualität. Die trennende Wirkung der Bahnhofstraße wird dadurch aufgehoben. Im Verkehrsgeschehen gilt für alle Verkehrsteilnehmer, auch wenn sie durch Gestaltungselemente geleitet werden, das Grundprinzip der gegenseitigen Rücksichtnahme. Bäume, Sitzinseln und Sitzpoller dienen als Gestaltungselemente im Sinne des "Shared Space" der Orientierung und Wegführung. Die arretierbaren Sitzpoller sind herausnehmbar und können innerhalb der im Raster gesetzten Hülsen beliebig versetzt oder beispielsweise für ein Stadtfest komplett entfernt werden. Die Beleuchtung des Platzes ist in die Ausstattungselemente integriert. Der „Mini-Kreisverkehr“ am Knoten Brahmsstraße mit LKW-überfahrbarer Mittelinsel, die verschwenkte Führung des Verkehrs und der nach technischen Erfordernissen dimensionierte Knoten zur Donauwörther Straße dämpfen die Fahrgeschwindigkeit. Die Straße wird von der Verkehrsader zum Begegnungsraum. Ein Zentrum für alle Bürger.

Die Linienbusse halten direkt am Platz. Mit zukünftig engerem Takt zum -modernisierten- Bahnhof und den einzelnen Stadtvierteln wird der Autoverkehr ins Zentrum reduziert sowie die Erreichbarkeit und Attraktivität verbessert. Die Wartebereiche der Haltestellen ordnen sich, wie auch die Fahrradstellplätze, den runden Gestaltungselementen des Platzes unter.

City-Center und Forum

Die Erweiterungsbaukörper des City-Center schließen, bei gleichbleibender Geschossfläche mit klaren Kanten zum Straßenraum und zum Stadtpark ab.

Der Hauptzugang zum neuen Forum orientiert sich zum Rathausplatz und hält so synergetisch Kontakt zum City-Center. Es erhält aber auch Zugänge von der Donauwörther Straße und der Schulstraße. Treppen und großzügige Rampen im Inneren vermitteln zwischen den unterschiedlichen Zugangshöhen. Die wichtige Verbindung zum Rathausplatz wird auch durch großzügige Verglasung am Ende der Erschließung im Obergeschoss betont. Durch die zurückspringenden unteren Geschosse und der Ausbildung von Arkaden sind an der Schulstraße oberirdische Kundenparkplätze möglich. Ein sowohl von der Ladenpassage als auch von Wohnungen in den oberen Geschossen zugänglicher Spielplatz im Innenhof könnte beispielsweise für Kinderbetreuung während des Einkaufs genutzt werden. Wohnen oder nichtstörendes Gewerbe ergänzen das Angebot in den oberen beiden Geschossen. Durch die Zurückstaffelung des obersten Geschosses und der gegenüber den Verkaufsflächen geringeren Gebäudetiefe wird zum Einen die Maßstäblichkeit gegenüber der Strasser-Villa und der gegenüberliegenden Straßenseite gewahrt als auch attraktive, nutzbare Dachterrassen geschaffen.

Die erforderlichen Stellplätze (~405) werden in zwei Untergeschossen untergebracht. Die Zufahrt erfolgt, wie auch für die Anlieferung, von der Donauwörther Straße.

Stadtpark

Der durch die Erweiterung des Form in Mitleidenschaft gezogene Stadtpark erhält eine neue zeitgenössische Formensprache mit verschiedenartigen Aufenthaltsbereichen. Dem südlichen Baumdach mit attraktiver, blühender Unterpflanzung steht ein offener Wiesenbereich gegenüber.
Ein großzügiger Vorplatz zum City-Center kann für Außengastronomie genutzt werden. Der im westlichen Abschnitt situierte Spielplatz bleibt dabei im Blickfeld und ermöglicht ein entspanntes Latte Macchiato -Trinken während neben an der Nachwuchs spielt.
Die auch barrierefrei erreichbare Stadtterrasse über dem Café ermöglicht den konsumfreien Blick über den Park. Der Platz unter kleinkronigen Bäumen steht für Boule-Spiel und ähnlichen Aktivitäten zur Verfügung.

  • Ort:

    Gersthofen

  • Auslober:

    Stadt Gersthofen

  • Verkehrsplanung:

    Alexander Süßmuth

  • Zeitraum:

    2012

  • Platzierung:

    2. Rang Auswahlverfahren

  • Bearbeitung:

    Franz Damm, Lilian Terme

  • 01-verkehr.jpg Verkehr
  • 02-aufwertung.jpg Aufwertung
  • 04-perspektive.jpg Perspektive
  • 05-strukturplan.jpg Strukturplan
  • 06-detailplan.jpg Detailplan
  • 07-detail-schnitt.jpg Detail und Schnitt

Keller Damm Kollegen GmbH
Landschaftsarchitekten Stadtplaner
Prof. Regine Keller, Franz Damm

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