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Siemens Headquarters

Beschränkter Wettbewerb

Die wesentliche Herausforderung des Wettbewerbs besteht in der Entwicklung einer Strategie zur Integration der erheblichen Baumasse des neuen Headquarters in das stadträumliche Gefüge. Diese Struktur ist beeinflusst durch die Schnittstelle zwischen gewachsener historischer Kernstadt und der Matrix der Stadterweiterung der Maxvorstadt. Es ist ein Standort in einem Spannungsfeld zwischen dem repräsentativ-ruhigen Umfeld am Wittelsbacherplatz im Osten und der verkehrsreichen, räumlich aufgewerteten Stadtachse Oskar-von-Miller-Ring im Westen. Eine weitere Frage ist dabei, wie sich das neue Headquarter in seiner exponierten Lage sowohl zu diesem historischen Platzensemble als auch zu den umgebenden Bauten und teilweise engen Straßenräumen in Höhe, Kubatur und äußerem Erscheinungsbild positioniert.

Ziel der Konzeption ist es, das neue Headquarter als prägnantes, eigenständiges Ensemble zu entwickeln. Dieses soll in einen spannungsvollen Dialog mit der in sich ruhenden historischen Anlage am Wittelsbacherplatz im Westen treten, ohne deren Gleichgewicht zu stören. Es sollte sich jedoch sowohl zum Quartiersinneren als auch zu den umgebenden Straßen- und Stadträumen mit einem hoch modernen und im besten Sinne zukunftsweisenden Erscheinungsbild präsentieren. Das neue Headquarter wird in seiner technischen Leistungsfähigkeit und seinen räumlichen Angeboten dem Anspruch von Siemens an eine wegweisende architektonische Lösung gerecht werden.

Das Quartier wird als neue bauliche Einheit konzipiert, in die die beiden historischen Bestandsbauten am Wittelbacherplatz als wesentliche Bausteine selbstverständlich integriert und in ihrer Sonderstellung gestärkt werden. Der Ost West gerichtete Platz ist der verbindende Freiraum des neuen Quartiers. Er setzt den Quartiersbaustein mit dem Palais Ludwig Ferdinand und dem neu konzipierten Hauptempfang im Westen mit dem Baustein am Oskar-von-Miller-Ring und dem dort angeordneten zweiten Empfangsbereich in direkten räumlichen Bezug.

Um ein einheitliches Bild zu erzeugen, wird auf dem Siemensgelände sowie den Fußgängerbereichen der Finken- und Jägerstraße der anthrazitfarbene Bodenbelag des Wittelbacherplatzes (Grauwacke-Kleinstein) wieder aufgegriffen und fortgesetzt. In sensiblen Bereichen wird die Oberseite gesägt und bildet mit den rauen gebrochenen Steinen ein dezentes Ornament. Lichtkronige Robinien begleiten die Fussgängerbereiche der Finken- und Jägerstraße. Die Verbindungsgassen werden durch Zürgelbäume gegliedert, die außerdem schützend über den geplanten Fahrradstellplätzen stehen.

Sitzblöcke aus stabilem Gussglas gliedern die Fläche und dienen gleichzeitig der Belichtung der darunter liegenden Räume und der Tiefgarage. Des Weiteren wird der Freiraum durch verschieden große Bodenleuchten, die netzartig das gesamte Gelände überspannen, geprägt und erhält somit eine Identität. Der Unterwuchs am baumüberstandenen Vorplatz Finkenstraße wird entfernt und Rasen angelegt. Eingebettet in den Rasen finden sich ebenso Bodenleuchten, die so das Vorfeld mit in das Gesamtbild einbeziehen.

Der Casinohof wird durch eine großzügige Freitreppe mit der Erdgeschossebene verbunden, deren Belagsoberfläche sich im Hof fortsetzt. Kleinkronige Taschentuchbäume spenden hier lichten Schatten. Der Konferenzhof hingegen besticht durch Sitzaufkantungen, Waldgräsern und Zitterpappeln und wird dadurch zum grünen Hof. Diese Elemente dienen als Sichtschutz und schirmen so die Konferenzräume vom Sitzbereich der Cafeteria ab.
 

  • Ort:

    Wittelsbacherplatz, München

  • Auslober:

    Siemens Real Estate GmbH & Co OHG

  • mit:

    Auer + Weber + Assoziierte Architekten, München

  • Zeitraum:

    2011

  • Platzierung:

    3. Preis

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