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"R(h)ein-Blicke" im UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal

Beschränkter Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren

Rheinblicke – Landschaft erleben

Das Mittelrheintal ist eine vielfältige Landschaft mit unterschiedlichen räumlichen Situationen. Das Spektrum umfasst enge Talabschnitte mit Felsen, Steilhängen, bewirtschafteten oder verwilderten Terrassen, sowie weite, breite Flusslandschaften und Inseln, malerische Städtchen, Ortschaften und Burgen. Ebenso unterschiedlich wie die verschiedenen Landschaftsräume sind auch die Orte der geplanten Rheinblicke. Sie unterscheiden sich durch ihre Topographie, Vegetation, Bebauung, ihre Aussicht und Beziehung zum Wasser.

Die neuen Interventionen sollen die jeweilige Besonderheit der unterschiedlichen Standorte für den Besucher erlebbar machen. Sie kommentieren und verdeutlichen diese dem Besucher. Es sind Landschaftsskulpturen, welche aus der spezifischen örtlichen Situation erwachsen. Sie bilden klar ablesbare Volumina am Ort. Das gewählte Material (Stahl, Holz, Berankung mit Kletterpflanzen) verändert sein Erscheinungsbild im Laufe der Zeit. Die Skulpturen fügen sich somit in die vorhandenen Landschaftsstrukturen ein, die sich ebenfalls im Laufe der Jahre und Jahreszeiten stetig wandeln. Die Wege- und Platzflächen an den Standorten sollen als Schieferflächen gestaltet werden. Das ortstypische, wiederkehrende Material betont die Verbindung zum mittelrheinischen Schiefergebirge.

Alles im Fluss - alles in Bewegung

In Lorchhausen inszeniert ein lang gestrecktes Band entlang der Uferböschung den weiten, fließenden Flussraum. Das unterschiedlich geneigte, lineare Element aus Stahl und Holz erinnert an einen gestrandeten Baum. Es lädt den Besucher zum verweilen, sitzen, liegen und klettern ein. Beginnend an der bestehenden Steintreppe steigert sich das Objekt bis zum nördlichen Ende, wo es in einer Aussichtskanzel endet. Von hier kann man das weite Landschaftspanorama genießen. Der auskragende Arm wippt unter der Last des Besuchers und macht ihm Weite und Bewegtheit sinnlich erfahrbar.

Loreley – mystischer Ort

Vom Standort an der Loreley können die Besucher verschiedene Sehenswürdigkeiten über Fußwege erreichen. Der Pfad über den Damm zur Loreley-Figur in der Hafeneinfahrt im Rhein ist unscheinbar und wird leicht übersehen. Hier markiert eine Geländeskulptur aus gefalteten, scharfkantigen Stahlwänden den Zugang und schafft einen intimen, ruhigen Aufenthaltsort. Sein Charakter wird bestimmt durch die reduzierte Materialpalette, bestehend aus rostendem Stahl und ortstypischem Schiefer als Bodenbelag. Dichtungen und Sagen sind als Schriftzüge in die Stahlwände geprägt. Sie regen die Besucher zur Auseinandersetzung mit dem mystischen Ort an. Von der Straße treten die gefalteten Wände mit ihrem Spiel aus Licht und Schatten zeichenhaft hervor. Sie wecken die Neugier der Besucher und laden zu einem Spaziergang über den Damm zur Loreley-Figur ein.

Weinlaube - Rheinromantik

Der Standort in St. Goar wirkt heute auf den Besucher wie eine abweisende Restfläche zwischen den Verkehrsströmen. Vor dem Eingang zum Restaurant bemüht sich ein altes Boot vergeblich einen besonderen Ort zu schaffen. Auch der Blick in das Rheintal kann am Standort keine Wirkung entfalten. Die Aussicht über den Rhein und auf die Burgen wird zum tragenden Thema der neuen Landschaftsskulptur am Ort. Mit ihrem fantastischen Blick auf den Fluss und die gegenüberliegende Burg Maus laden drei „Weinlauben“ zur Rast ein. Sie bilden einen romantischen Ort. Von der Straße aus wirken die drei Elemente wie transluzente Körper auf der ebenen Platzfläche. Ihre Volumen bilden spannungsvolle Zwischenräume, welche die Besucher zum durchlaufen und erleben auffordern.

  • Ort:

    St. Goarshausen

  • Auslober:

    Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal

  • mit:

    Architektur & Landschaft, München

  • Zeitraum:

    2009

  • Platzierung:

    Anerkennung

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