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Landesgartenschau Bamberg

Realisierungswettbewerb

Dauerkonzept - Thema: Wasserlandschaft
Im bestehenden Grünsystem Bambergs bildet das Erba-Gelände einen wichtigen neuen Baustein in der Freiraumversorgung der sonst sehr defizitär ausgestatteten Altstadt. Der Luisenhain im Süden stellt mit seiner Ausstattung im Stil des Englischen Landschaftsgartens eine etablierte Freifläche für die Naherholung dar. Noch wenig entdeckt ist die Klosterlandschaft am Michelsberg, die hier, mit ihrer einzigartigen Struktur einer ehemaligen autarken landwirtschaftlichen Ökonomie, einen weiteren Freiraum zentrumsnah birgt.

Das Erba-Gelände kann nun mit einer neuen Landschafts-Typologie das Freiraumgefüge der Stadt ergänzen. Durch den Umgehungsbach inmitten des Areals bietet sich die Möglichkeit, topographisch, ökologisch und topologisch einen differenzierten Lebensraum zu schaffen. Der Einbau der Fischtreppe macht den neu zu bebauenden Standort zur echten Insel. Das Leben am Wasser wird nun auf dem Gelände facettenreich. Im Nordosten fließt der ruhige große Main-Donau-Kanal. Hier fahren große Schiffe vorbei, das Hafenareal gegenüber wird zur Kulisse.

Im Südwesten wird der linke Pegnitzarm fast zum Binnengewässer. Hier wohnt man am sonnigen Flussufer. Inmitten des Geländes ist der Umgehungsbach das lebhafteste Gewässer. Es hat die nötige Strömung, um Fischen das Aufsteigen im Fluss zu ermöglichen. Es lädt aber auch zum Waten und Spielen im Wasser ein. Nirgends in Bamberg ist der Fluss so nah zu erleben, so gut zu nutzen. Im Mündungsbereich ist die große Aufweitung des Umgehungsbaches durch kleine Inseln untergliedert. Hier bieten sich Möglichkeiten für Anlegestellen.

Den Übergang zum Ufer des Main-Donau-Kanals bildet im Zentrum ein großer Baumhain aus Zelkovien, der im Herbst ziegelrot leuchtet. Der Hain beschattet einen großen wassergebundenen Platz - ein Ort für Boulespiel, Sommerstockbahnen, Tischtennisbereiche und Kleinkinderspielplätze. Hier sind die wichtigen Brückenverbindungen in die Südlich gelegenen Stadtviertel. Die Verbindung zum alten Bamberger Weg, der hinauf zum Michelsberg führt, ist hier möglich. Am Main-Donau-Kanal führt eine lange Uferpromenade am Wasser entlang und bietet den Auftakt für einen großen Rundweg um die Insel.
 
Ausstellungskonzept
Die Schau auf dem Erba-Gelände ist vor allem durch den großen topographischen Eingriff des Umgehungsbaches geprägt. Entlang der dramatischen Geländemodellierung reihen sich die unterschiedlichen Themenbereiche auf. Der Haupteingang der Gartenschau erfolgt über den großen Platz am Landesteg der Ausflugsschiffe. Wer über Land ankommt, hat schon die gestaltete Promenade entlang des Main-Donau-Kanals genossen. Hier, vom Busparkplatz aus, beginnen schon die ersten Pflanzenschauthemen entlang der Uferpromenade. Die Architekturen von Busbahnhof, über das große Dach des Eingangsgebäudes, bis zum nature overlook greifen in einer durchgängigen Formensprache die Architektur des Wasserbaus auf und verweisen so auf die industrielle Geschichte und besondere Lagequalität des Ortes.

Das große Dach am großen Platz empfängt die Besucher. Hier werden Eintrittstickets gelöst. Später ist das große Dach einprägsame Landmarke am Zelkovienhain. Abgeschlossen wird der Hain von einem weiteren kleinen Dach am nördlichen Ende des Platzes. Hier wird ein altes Becken aus industrieller Nutzung zu einem Schaubecken umfunktioniert. Was während der Schau Überdachung für weitere Pavillons, Toiletten oder Kioske sein kann, ist dann im Dauerkonzept Umkleidebereich für einen neuen Badebereich.

Vom großen Platz nach Süden führt ein gerader Steg der über den Umgehungsbach hinweg das Parkgelände mit dem Neubaugebiet verbindet. Hier ist der alte Wasserturm das Wahrzeichen. Während der Gartenschau ist hier sowohl räumlich als auch logistisch der beste Platz für die Hallen und Zelte.

Veranstaltungen finden auf der großen Bühne statt. Dort zeigt sich das alte Industriegelände mit seinen attraktiven baulichen Relikten. Innerhalb des Gartenschaugeländes sind entlang der Geländemodellierung unterschiedliche Pflanzstreifen für Staudenpflanzungen vorgesehen.

Der Bereich der Partnerstadtgärten ist im Nordwesten mit den Kleingärten verwoben. Es mischen sich kleingärtnerische Themen mit internationalen Schaugärten, die später auch im Dauerkonzept verbleiben können.

  • Ort:

    Bamberg

  • Auslober:

    Landesgartenschau Bamberg 2012 GmbH

  • Architekt:

    Jatsch Laux Architekten, München

  • Zeitraum:

    2007

  • Platzierung:

    4. Preis

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